Darfs noch a Glaserl sein? - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
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Darfs noch a Glaserl sein?

Von Andrea, 22. Mai 2018

Im April gab es einiges zum Thema Alkoholkonsum und Auswirkungen auf die Gesundheit zu lesen. Wir ÖsterreicherInnen sind ja laut Statistik, und sein wir uns ehrlich, auch in der Praxis, dem Alkohol sehr zugetan. In der Beratung bespreche ich sehr häufig das Thema Alkoholkonsum, Auswirkungen auf die Fettverbrennung und natürlich auch auf die Leber. Eine Reduktion der Alkoholmenge fällt vielen sehr schwer.

„Da werd ich dann wieder blöd angeschaut beim Männertreff“ oder „nach dem Biken gehn wir schon gern auf ein Bier, wenn ich da Nichts trinke bin ich ungmiatlich“. „Ich bin häufig eingeladen und da möchte ich nicht unhöflich sein.“

Diese Befürchtungen machen es uns oft schwer, weniger Alkohol zu konsumieren. Aus einer Studie aus dem Lancet (April 2018), schließen die Autoren, dass ein Grenzwert für den Konsum an Alkohol im Hinblick auf das geringste Sterberisiko, bei 100g Alkohol/Woche liegt. Die Daten von knapp 600 000 Menschen wurden ausgewertet. Ein niedrigerer Alkoholkonsum war immer auch mit einem geringeren Krankheitsrisiko verbunden.

Nun gibt es ja bereits von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) einen Richtwert für die tolerierbare Alkoholmenge pro Tag. Diese lautet für Frauen 10g und für Männer 20g Alkohol (0,5 L Bier, 0,25l Wein) pro Tag. Da diese Alkoholmengen ja keine SOLL Zufuhr ist, sondern als „tolerierbare“ Menge pro Tag angegeben wird, ergibt sich auch kein Widerspruch zu den 100g die in der Studie genannt wurden. Generell sollte man sich bewusst sein, dass es keine Alkoholmenge gibt, die bei regelmäßigem Genuss als unbedenklich bzgl. negativer gesundheitlicher Folgen wäre. (Quelle: DGE aktuell 09/2018)

Hier noch ein paar Fakten zum Thema Alkohol:

  • Rund 370.000 Österreicherinnen und Österreicher (5 % der erwachsenen Bevölkerung)
    gelten als alkoholkrank
  • Österreich liegt (2014) mit 12,5 Liter Pro-Kopf-Alkoholkonsum (reiner Alkohol) unter den „Top
    10“ der am meisten konsumierenden Ländern
  • Frauen sind doppelt so häufig abstinent wie Männer
  • Mehr als sechzig Krankheiten sind nachweislich mit regelmäßig erhöhtem Alkoholkonsum
    verknüpft (Quelle: BMGF)

Tipps für die Praxis

  • Schreiben Sie für 7 Tage lang ein Ernährungstagebuch und verzeichnen Sie dort auch jeglichen Alkohol. Am Ende der Woche können so sehr einfach die konsumierte Alkoholmenge berechnen.
  • Achten Sie auf alkoholfreie Tage! Wie viele davon finden Sie im Ernährungstagebuch?
  • Denken Sie daran, Alkohol hemmt die Fettverbrennung ist ein schlechter Begleiter beim Gewicht reduzieren!
  • In welchen Situationen greifen Sie zu Alkohol. In Gesellschaft, wenn Sie alleine sind, Frust, Stressabbau?
  • Versuchen Sie ganz bewusst alkoholfreie Getränke den Vorzug zu geben. Besonders im Sommer sind gekühlte Wasser mit oder ohne Kohlensäure inkl. Zitrone oder einem Minzezweig tolle Durstlöscher! Für die Auswahl alkoholfreier Getränke muss man sich übrigens nicht rechtfertigen 😉
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