Foodtrends 2018 - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
Zur Übersicht

Foodtrends 2018

Von Andrea, 18. April 2018

Habt ihr schon vom sibirischen Chagapilz gelesen oder euch grünes Bananenmehl für den gesunden Muffin gekauft? Nein? Auf der FiE-Messe (Food ingredients Europe) wurden Trendzutaten für das Jahr 2018 vorgestellt. Dort kamen besonders Lebensmittel mit einem gesundheitsfördernden Zusatznutzen gut an. Schaun wir mal, welche Lebensmittel da in den Fokus gerückt wurden.

Sibirischer Chagapilz

Ein Foto davon habe ich leider nicht, in einer Zeitschrift hab ich eines entdeckt. Laut Emma Schofield (Global Food Analyst) wird Chaga zu einem feinen rötlich braunen Pulver vermahlen und anschließend zu einem teeähnlich konsumiert. Natürlich hat der Pilz auch seinen Weg in Nahrungsergänzungsmittel oder medizinische Produkte gefunden. Der Chagapilz ist als medizinisches Heilmittel bekannt und enthält viel Beta-Glukan, Antioxidantien und B-Vitamine. Wenn man neue Foodtrends ausprobieren möchte, sollte man immer auf die Herkunft der Produkte achten. Verunreinigungen mit schädlichen Stoffen oder auch Betrug mit falschen Substanzen kommt immer wieder vor. Interessant sind solche Stoffe, die oft in der TCM schon sehr lange eingesetzt werden, allemal. Ich persönlich tanke  gerne heimische Beta-Glukane.

Beta-Glukane kenne wir aus unserem heimischen Hafer oder der Gerste. Das morgendliche Müsli mit Vollkornhaferflocken wirkt also auf pflanzliche Weise positiv auf unseren Cholesterinspiegel und enthält eine tolle Portion B-Vitamine. Wenn wir das Müsli mit heimischem und saisonalen (oder TK) Beerenobst ergänzen haben wir auch noch eine Portionen Antioxidantien gegessen. Halbfettmilchprodukte runden dann das gesunde Frühstück ab.

Grünes Bananenmehl

Hierbei handelt es sich um ein Produkt, dass aus grünen unreifen Bananen stammt. Da der Trend zu glutenfreien Produkten anhält, ist es nicht verwunderlich, dass auch das grüne Bananenmehl Einzug in unseren Speiseplan hält. Man findet es sowohl in Lebensmitteln als auch in Getränken. Emma Schlofield weiß auch zu diesem Food trend mehr. „Grünes Bananenmehl ist glutenfrei und reich an resistenter Stärke und wird daher als ein ballaststoffreiches, clean label und getreidefreies Mehl gehandelt.“

Für alle die sich jetzt fragen wie dieses Mehl wohl schmeckt – bananig nicht. Oft werden Bananen und auch das Bananenmehl mit glücklich machenden Eigenschaften beworben. Das kommt daher, dass sie Serotonin enthalten. Serotonin in der Nahrung gelangt leider nicht bis ins Gehirn, dort wirkt das „Glückshormon“. Es ist viel mehr die Aminosäure Tryptophan die im Körper über Zwischenstufen zu Serotonin umgewandelt wird. Ich habe leider keine seriöse Quelle zum Thema Tryptophangehalt von Bananemehl entdeckt. Doch vielleicht macht die Verwendung des Bananenmehls und die liebevolle Zubereitung einer Mahlzeit bereits schon glücklich… Wir können gespannt sein, in welchen Produkten wir zukünftig grünes Bananenmehl finden werden. Für Menschen die wirklich auf Gluten verzichten müssen, wieder eine neue Alternative für einen abwechslungsreicheren Speiseplan.

Hanf

Auch Hanf steht auf der Liste der Food Trends 2018. Wie praktisch, dass dieser in Österreich angebaut und geerntet wird. Quasi vor meiner Haustür im Mühlviertel findet man die Samen, die wertvolle Aminosäuren, Vitamin E, Omega 3 und 6 Fettsäuren, Magnesium, Calcium, Phosphor und auch Eisen enthalten. Besonders interessant ist das 3:1 Verhältnis von Omega-6- Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren.

Vor einer berauschenden Wirkung muss man sich aber nicht fürchten. In Europa dürfen ausschließlich Sorten mit einem Wirkstoffgehalt von 0,2 Prozent angebaut werden.  Da die Hanfsamen aber sehr fetthaltig sind, sollte man die Menge gut dosieren. 100g Hanfsamen enthalten ca. 475 kcal.

Quelle: Ernährungsumschau 01/2018, Bundeszentrum für Ernährung www.bzfe.de

Print Friendly, PDF & Email