Grillen - eine gesunde Alternative? - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
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Grillen – eine gesunde Alternative?

Von Andrea, 29. August 2017

Sommer, Sonne und Badesee, da fehlt nur noch der Griller und der damit verbundene Gemütlichkeitseffekt. In den letzten Jahren ist das Grillgut aber immer öfter in Verruf geraten. Zeit, sich das Thema etwas genauer anzusehen.

Theoretisch ist grillen eine einfache und auch fettarme Zubereitungsmöglichkeit. Also kurz gesagt, eine gesunde Möglichkeit sich zu versorgen. Wäre da nicht die Marinade, die Würstel, die Grillsoße oder das Knoblauchbaguette. Ich stürze mich in den folgenden Zeilen also auf das Thema Fett und krebserregende Stoffe beim Grillen.

Offensichtliches Fett haben wir einerseits im Grillgut selbst (Würstel oder fettes Fleisch, viele Grillkäsesorten usw.) und andererseits in den Grillmarinaden und Grillsoßen. Da kann das Grillfleisch noch so mager sein, wenn wir es später in Mayonnaise oder Kräuterbutter baden, ist es nicht mehr wirklich gesund.

Hier meine Sammlung an Fetteinspartipps für den nächsten Grillabend:

  • Fettarme Fleischteile bevorzugen. Dabei gilt, auch tierische Abwechslung tut gut. Nicht nur Geflügel ist fettarm, auch Rind, Schwein, Kalb und Lamm haben fettarme Fleischteile zu bieten. z.B. Filets, Geflügelbrust, Kotelett und Karree
  • Es reicht, wenn man das Fleisch mit einer Gewürz-Öl-Mischung einreibt. Das spart Kalorien und ist auch gesünder weil…
  • Krebserregende Stoffe entstehen vor allem, wenn Marinaden oder Fleischsaft in die Glut tropft. Besonders der Qualm, der sich auf dem Grillgut niederschlägt ist schädlich für uns. Daher sollte man die Kohle gut durchglühen lassen, bis weiße Asche auf den Holzbriketts sichtbar ist. Ein Gasgrill oder Elektrogrill, ist gesundheitlich gesehen, besser geeignet.
  • Wir können unserem Körper mit Marinaden die reich an Knoblauch, Rosmarin, Thymian und Ingwer sind, Gutes tun. Diese sorgen für viele Antioxidantien. Das sind die Gegenspieler von krebserregenden Stoffen.
  • Es muss nicht immer nur Fleisch sein. Auf dem Grillen machen sich auch Gemüse, Tofu und Obst sehr gut. Auf Spieße gesteckt oder in Scheiben geschnitten sind sie nicht nur ein Augenschmaus. Wer selbst Rosmarin im Garten hat, kann aus den Zweigen Spieße machen. Das schmeckt super und sieht toll aus.
  • Fertige Grillmarinaden enthalten oft sehr viel Fett, Salz und sonstige Zusatzstoffe. Wie wäre es mit selbst gemachten Soßen mit einer Joghurt-Sauerrahm Basis. (1/3 Sauerrahm, 2/3 Joghurt, etwas Salz, Pfeffer und Zitronensaft. Dann kann man mit unterschiedlichsten Kräutern, Knoblauch, Ketchup, Senf oder Kren verfeinern. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
  • Bei Grillabenden neigt man dazu, viel tierische Produkte in Kombination mit fettreichen Beilagen zu verspeisen. d.h. Kräuterbaguette, Pommes, Wedges usw. Alternativ kann man sich selbst Stockbrot machen (einfacher Germteig mit Vollkornmehl und Kräuter oder Oliven) oder sich Ofenkartoffel grillen. Das spart Kalorien und man darf sich daran satt essen.
  • Das Grillteller sollte außerdem bunt sein. Salate in allen Varianten sind hier gefragt. Dabei sollten wir einerseits die Dressings im Auge behalten und andererseits, auf die Salatmischung achten. Auf fette Nudelsalate oder Mayonnaise Dressings sollte man verzichten. Dafür reichlich bei den Blattsalaten, Tomaten, Gurken, Karotten usw. zulangen. Ein heißer Tipp ist auch, Hülsenfrüchte einzubauen. Tomaten-Linsen Salat, Karotten-Kichererbsen usw.
  • Einfache Essig-Öl Marinaden sind super für unsere Salate geeignet. Trauen Sie sich ruhig einmal an gewagte Kombinationen: weißer Balsamico trifft Leinöl (perfekt zu Salaten mit Karotten und Kichererbsen) oder Himbeeressig und Walnussöl für Blattsalate, Einfacher Apfelessig und natives Rapsöl lässt Tomaten gut aussehen und Gurkensalat liebt Olivenöl und Kräuteressig.
  • Abschließend dürfen wir im erweiterten Sinn auch die Getränke nicht vergessen. Grillen und Alkohol gehören meist zusammen. Alkoholische Getränke haben aber sehr viele Kalorien, machen Gusto auf mehr und hemmen die Fettverbrennung.