Kaffee- Gesünder als sein Ruf? - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
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Kaffee- Gesünder als sein Ruf?

Von Andrea, 12. Juli 2017

Um das Thema Kaffee & Kaffeekonsum ranken sich mittlerweile schon sehr viele Mythen. Von krebserregend bis gesund, flüssigkeitsraubend oder cholesterinsenkend, alles ist anscheinend möglich. Ich nehme mir heute zwei Fragen zum Thema Kaffee vor…aber vorher…gibts noch ein Haferl davon…

Erhöht Kaffeekonsum das Krebsrisiko?

Dazu hab ich mir Untersuchungen der  Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) angesehen. Das Ergebnis ist nicht wirklich zufrieden stellend, es kann aber trotzdem helfen, Mythen zu entlarfen. Die IARC stuft Kaffee als „nicht klassifizierbar bezüglich der Kanzerogenität beim Menschen“ ein. Die Datenbasis für diese Einschätzung waren mehr als 1 000 Studien, sowohl experimentelle und Beobachtungsstudien als auch Human- und Tierstudien. Was aber  zu sehen war:

Wenn Getränken jedoch sehr heiß getrunken werden (mit mehr als 65°C ) weisen die Ergebnisse darauf hin, dass dies wahrscheinlich krebserregend für Menschen ist. Ob diese Flüssigkeit dann Kaffee, Tee oder nur Wasser ist, ist egal. Unser Körper zeigt uns dies eigentlich ja auch als gefährlich an. Sehr heiß zu trinken, schmerzt und sollte unterlassen werden. Kaffee direkt aus der Maschine, kann heißer als 65°C sein, also bitte mit Vorsicht genießen.

Kaffee ein Flüssigkeitsräuber?

Lange Zeit wurde angenommen, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht. Als dann endlich neben jedem Kaffee im Wirtshaus ein Wasserglas stand, wurde diese These widerrufen. Der Grund für diese These war eine Fehlinterpretation einer Studie. Richtig ist, dass Koffein einen harntreibenden Effekt hat. Wird jedoch regelmäßig Kaffee getrunken, gibt es verschiedene Regulationsmechanismen, die den Wasserhaushalt ausgleichen. Die Kaffeemenge darf auch zur täglichen Flüssigkeitsbalance gerechnet werden. Trotzdem gilt, es nicht zu übertreiben. 400mg Koffein pro Tag sollten ausreichen, für Schwangere sollten es nur 200mg sein. (1 Tasse 200ml Filterkaffee=90mg Koffein, 1 Espresso 60ml=80mg Koffein). Ein nützliches Gadget ist die Website www.checkdeinedosis.net. Dort kann man die eigene Koffeinzufuhrmenge berechnen.

Personen, die regelmäßig koffeinhältigen Kaffee oder Tee trinken, ist die harntreibende Wirkung also vermindert. Dies gilt auch für den Sportbereich. Hier wird Koffein zur leistungssteigerung eingesetzt.

Quelle: DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Ist Kaffee ein „Flüssigkeitsräuber“? DGE-aktuell 01/2005 vom 12.01.2005; EUmschau 04/2017 Kaffee- Einfluss auf Krebserkrankungen