Wie viel Zucker darfs für uns und unsere Kinder sein? - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
Zur Übersicht

Wie viel Zucker darfs für uns und unsere Kinder sein?

Von Andrea, 3. November 2016

Für den Kindergarten-Elternabend meiner Tochter, habe ich mir ein paar Gedanken zur Kindergartenjause gemacht. Dass Vollkornbrot für die Kleinen besser ist als ständig nur Weißmehlgebäck, weiß im Grunde ja jeder. Aber weiß mal als Elternteil oder als Oma und Opa auch wie viel Zucker in Lebensmittel steckt und wo die Grenze des Naschgenusses ist? Ich muss zugeben, ich habe so manche Dinge unterschätzt.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat am 5. März 2015 eine Richtlinie veröffentlicht, die besagt, dass wir weniger als 10% unserer Tagesenergiemenge in Zucker aufnehmen sollten. Das dient zur Vorbeugung von Übergewicht und Karies. Ok, das ist eine sinnvolle Sache und dient dem Wohl von uns und auch unseren Kindern. Aber wie viel Zucker ist das genau?

Für Erwachsene sind das ca. 12 Teelöffel Zucker (=50g, bei einem angenommen Durchschnittsenergieverbrauch von 2000kcal) d.h. diese Zuckermenge sollte dann für folgende süße Verführungen ausreichen:

  • Zucker in Säften, Limonade, Kaffee und Tee (zur Erinnerung 100ml Limonade hat ca. 10g Zucker)
  • Zucker in Süßigkeiten und Kuchen
  • Zucker in Fruchtjoghurts und Cremen
  • Zucker in Fertiggerichten usw.

Für Kinder hab ich das ebenfalls berechnet. Ein 3-jähriges Kind dürfte demnach ca. 30g Zucker konsumieren (bei einem angenommen Durchschnittsenergieverbrauch von 1200kcal) Das wäre dann ca. 1  Stamperl (2cl) Zucker pro Tag. Wo doch, lt. Herstellerangabe, das Frühstückskakaogetränk schon 25g Zucker liefert…Das ist nicht mehr viel Spielraum. Keine Rede mehr vom Schoko zum Nachtisch oder anderen „Kinderlebensmitteln“ wie Fruchtjoghurts mit bunten Schokoflocken.

30g Zucker für ein 3 jähriges Kind als Richtwert/Tag

30g Zucker für ein 3 jähriges Kind als Richtwert/Tag

Folgende Tipps helfen beim Zuckersparen (jungen wie reiferen Schleckermäulchen)

  • langsam Zucker in Getränken reduzieren. d.h. diese erhöhen unseren Blutzuckerspiegel sehr rasch und sorgen für unerwünschte auf und abs in der Energieversorgung. Die Zähne werden es ebenfalls danken!
  • Haben Sie bisher Fruchtjoghurts gegessen. Dann würde ich empfehlen, diese zur Hälfte mit Naturjoghurt zu verdünnen, bis man auf die do it yourself Variante umsteigt. d.h. Naturjoghurt mit Früchten.
  • Gerichte am Tisch nicht nachzuckern! Mehlspeisenrezepte beinhalten ohnehin schon sehr viel Zucker. Probieren Sie auch einmal Kompotte ohne Zucker. Das schmeckt fruchtig und nicht nur süß!
  • Beim Backen kann man einen Teil des Zuckers einsparen. Aber Vorsicht, man ist verleitet, mehr vom Kuchen zu essen weil er ja e zuckerärmer ist…
  • Kleine Naschkatzen benötigen Hilfe bei der Menge der Süßigkeiten. Automatisches Naschen z.B. nach dem Mittagessen sollte man vermeiden. Bieten Sie als Nachmittagsjause Obst an. Aufgeschnitten oder auf einem Spieß macht das auch fürs Auge etwas her!

Genug genascht?

Genug genascht? Finde den versteckten Zucker in deiner Ernährung.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine Kinderernährungspyramide die liebevoll zeigt, wie viel von welchen Lebensmittel gut für unsere Kleinen sind. Es gibt auch eine Ausmalvariante davon.

Print Friendly, PDF & Email