Beerenkonfitüre selbst gemacht - oder auch Himbeer-Ribisel-Marmelade ;-) - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
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Beerenkonfitüre selbst gemacht – oder auch Himbeer-Ribisel-Marmelade ;-)

Von Andrea, Juli 18, 2016

Als ich heute die tolle Beerenernte in meinem Garten einholte, dachte ich  mir, ich schreib mal kurz das Marmeladenrezept auf. Natürlich darf man fachlich gesehen zum Beerenaufstrich nicht Marmelade sondern Konfitüre sagen. Bei uns im Mühlviertel gibt es aber kaum jemanden der nicht Marmelade sagt, daher werde ich beide Begriffe verwenden 😉

Ein paar grundsätzliche Dinge zur Konfitürenherstellung. Es ist wirklich sehr einfach und vor allem kann man auch aus kleinen Obst-Mengen den fruchtigen Aufstrich zaubern. Auch wenn man von der Oma gewöhnt ist, dass eimerweise Obst verarbeitet wird, so kann man das auch nur für ein paar Gläschen mal probieren. Wer keine großen Lagermöglichkeiten hat, kann die selbstgemachte Konfitüre auch nett verpacken und an Freunde verschenken oder als Gastgeschenk verwenden. Das kommt immer sehr gut an.

Die Zutatenliste ist bei Konfitüre eigentlich sehr kurz: Obst, Zucker, Zitronensäure. Die Gelierkraft variiert je nach Obstsorte sehr stark. z.B. Äpfel und Ribisel gelieren sehr gut, Kirschen und Erdbeeren dagegen haben weniger Pektin und gelieren daher eher schlecht.

Wie macht man Konfitüre?

  • Der Herstellungsprozess ist einfach. Gewaschenes, entkerntes und grob geschnittenes Obst wird gemeinsam mit dem Gelierzucker gekocht. Je nach Sorte dauert es bis die Fruchtstücke weich genug sind um entweder im Ganzen abgefüllt zu werden oder püriert werden zu können. Ich persönlich finde es z.B. bei Marillenmarmelade sehr gut wenn sie stückig ist, bei Erdbeere mag ich das gar nicht 😉 Man sollte die Früchte aber nicht totkochen. So bleiben mehr Vitamine, Farbe und Geschmack erhalten!
  • Das Kochen ist für die Haltbarmachung sehr wichtig. Es tötet Keime ab und sorgt dafür, dass die Marmelade auch hält.
  • Neben der Obstauswahl (nur reifes und nicht überreifes Obst verwenden) ist auch die Hygiene ein wichtiges Thema. Ist die Konfitüre erst mal fertig gekocht sollte sie in saubere Gläser abgefüllt werden. Dazu die Gläser (und die Deckel!!!) gut ausspülen! Wer hier ungenau arbeitet, öffnet Schimmel & Co Tür und Tor.
  • Im fertigen Gelierzucker ist bereits Zitronensäure enthalten. Wer normalen Zucker und Pektin für die Marmelade verwendet sollte zusätzlich Zitronensäure hinzufügen (gibt es in allen Supermärkten bei den Backzutaten) Die Zitronensäure erhält auch die Farbe unseres Produkts.
  • Eine Gelierprobe zeigt, ob genügend Gelierzucker oder Geliermittel enthalten ist. Dafür einfach einen sauberen Löffel in den Topf mit Konfitüre halten, rausziehen und kurz überkühlen lassen. Man sieht sofort ob die Masse geliert und am Löffel klebt oder runter tropft. Bei meinen zahlreichen Experimenten ist es mir immer wieder passiert, dass ich noch mit Geliermittel nachhelfen musste, damit die Masse die gewünschte Festigkeit erhalten hat.
  • Bevor die noch heiße Marmelade ins Glas darf, sollte sie abgeschäumt werden. Besonders Erdbeermarmelade neigt zur Schaumbildung. Kommt dieser mit ins Glas, kann die Marmelade schnell schlecht werden.
  • Es gibt neben dem bekannten Gelierzucker auch andere Mittel um Marmelade zu machen. z.B. Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl. Die Auswahl des Gliermittels ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und auch der Zubereitungsart. Manche Geliermittel werden kalt angewendet.
  • Die Haltbarkeit ist bei dunkler Lagerung ca. 1 Jahr.
  • Tipp von meiner Schwiegermama: Marmelade die schnell die Farbe verliert (z.B. Erdbeermarmelade) kann nach dem sie im Glas abgekühlt ist auch eingefroren werden. So verliert sich die schöne rote Farbe nicht!
  • Natürlich kann man auch tief gefrorenes Obst zur Marmeladenherstellung verwendet werden. Ich friere z.B. Ribisel oder auch Erdbeeeren in 1kg Beutel ein und kann so auch im Winter immer wieder ganz frisches Marmelade zaubern!
  • Zucker sparen kann man mit 3:1 Zucker. Ich verwende nur noch diesen Gelierzucker. Der fruchtige Geschmack kommt besser heraus und ich habe somit einen höheren Fruchtanteil im Glas als mit dem Herkömmlichen 2:1 Zucker. Für 3:1 Varianten verwendet man 1,5 kg Frucht mit 0,5kg 3:1 Gelierzucker.
  • Ganz wichtig: Marmelade oder Konfitüre oder wie auch immer man sie nennt, immer mit einem sauberen Löffel aus dem Glas entnehmen. Sonst kann es passieren, dass trotz bester Hygiene beim Einkochen, der Fruchtgenuss schnell schlecht wird!

Also hier ein paar Varianten des süßen Genusses

Die Mengenangaben beziehen sich immer auf entkerntes und geschältes Obst.

Ganz klassisch: Himbeer-Ribisel Konfitüre

Zutaten: 1 kg Himbeeren, 0,5 kg Ribisel, 0,5kg 3:1 Gelierzucker, (Wer keine Körnderl von den Ribisel im Glas mag, der kann sie auch durch ein Sieb passieren oder durch die „flotte Lotte“ drehen)

Exotisch: Himbeer-Banane Konfitüre

Zutaten: 1,3 kg Himbeeren, 1 reife Banane, 0,5kg 3:1 Gelierzucker,

Ungewöhnlich: Apfel-Birne Konfitüre

Zutaten: 1 kg Äpfel, 0,5kg reife Birnen, 0,5kg 3:1 Gelierzucker,

Zum Verschenken: Erdbeer Prosecco

Zutaten: 1,3 kg Erdbeeren, 0,2 l Prosecco, 0,7 kg 3:1 Gelierzucker, (Achtung: Prosecco erst kurz vor dem Abfüllen hinzufügen)