Herausforderungen im B(r)eikostalter - Der Beginn einer Serie - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
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Herausforderungen im B(r)eikostalter – Der Beginn einer Serie

Von Andrea, März 2, 2017

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Beikostalter der Kinder sehr schön ist, aber auch viele Fragen aufwerfen kann. Meine Tochter hat Brei geliebt, bis sie sich einmal ziemlich schwer verschluckt hat, dann wurde von einem Tag auf den anderen auf Familienkost umgestellt. Mein kleiner Sohn (9 Mo) ist überhaupt kein Fan von Brei und wir freuen uns über jedes Stückchen Fingerfood, das den Weg in seinen Mund findet und er nicht nur mit seinen kleinen Händchen zermantscht und auf den Boden wirft. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein 😉

Diese Erfahrungen haben mich inspiriert zwei sehr unterschiedliche Konzepte der festen Nahrung für Babies zu beschreiben. Ich persönlich habe mir für unsere Kinder, Teile aus beiden Konzepten herausgepickt.

  • Das erste Konzept ist der Breikonzept

Wann das Baby bereit für seinen ersten Brei ist, ist eine der häufigsten Fragen in der Beratung. Dazu empfehle ich das Video des Teams „Richtig essen von Anfang an“. Hier wird anschaulich erklärt, wann unsere Kleinen dazu reif sind.

Quelle des Videos: http://www.richtigessenvonanfangan.at/eltern/richtig-essen/beikost/

  • Ein weiterer Ansatz zu diesem Thema ist „Baby led weaning“.

Die beiden Ansätze sind sehr unterschiedlich, so unterschiedlich wie die Kinder selbst. Mit etwas Bauchgefühl und Geduld findet man für sich und das Baby den richtigen Weg heraus.

Was ist nun „Baby led weaning“?

„Baby Led Weaning (BLW) bedeutet nichts anderes, als dem Baby bei der Beikosteinführung im wahrsten Sinne des Wortes freie Hand zu lassen. Das heißt weg vom Brei und hin zu all dem, was das Kind selbstständig in den Mund stecken und probieren kann. Das Baby führt seine Beikost also ein, in dem es sich selbst füttert.“ (Quelle Definition: http://www.baby-led-weaning.de/)

Beim Baby led weaning lauten die Empfehlungen, ab 6 vollen Monaten (7. Monat) mit fester Nahrung zu beginnen. Viele Babys können frühestens ab diesem Zeitpunkt sitzen und die Hand-Mund-Koordination funktioniert gut bzw. das Verdauungssystem ist besser ausgereift. Ich habe hier die wichtigsten Punkte des Konzepts  zusammengefasst:

  • Das Baby sitzt mit am Familientisch, und isst mit, sobald es dazu bereit ist.
  • Es wird ermutigt das Essen eigenständig und selbst zu erforschen und zu probieren. Dabei muss es anfangs nicht gleich in den Mund gelangen.
  • Das Essen wird in Stücke zerteilt, die das Baby gut greifen kann.
  • Das Essen wird dem Baby nicht in den Mund gesteckt. Es isst von Anfang an selbst.
  • Es bleibt dem Baby überlassen, wie viel es isst.
  • Das Baby bekommt weiterhin Muttermilch (bzw. Milchnahrung) nach Bedarf und entscheidet selbst, wann es Zeit ist, die Milchmenge zu reduzieren.

Das genaue Konzept dahinter und viele praktische Tipps findet man auf folgenden Websiten:

quelle: http://www.babyledweaning.at/wissenswertes.html und http://www.baby-led-weaning.de/

Wenn Unsicherheiten wegen der Versorgung eures Schatzes bestehen, so würde ich eine Beratung bei einer erfahrenen Diätologin/einem Diätologen vorschlagen. Viele Ängste und Sorgen lassen sich in einem Gespräch beseitigen und neue Ideen für einen tollen Start ins Essen finden!