Süße Verführung - Zuckerchaos? - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
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Süße Verführung – Zuckerchaos?

Von Andrea, Januar 9, 2018

Spätestens seit die WHO 2015 die tägliche Zuckeraufnahme Menge mit 5 % der Tagesenergie befürwortet (früher 10%), ist eine heiße Diskussion um das Thema Zucker und Zuckerkonsum entbrannt. Schauen wir einmal genauer hin, was eine Zuckeraufnahme von 5% der Tagesenergie bedeutet.

Die bisherige Empfehlung von 10% Zucker der Tagesenergie wären durchschnittlich 50g Zucker bei Frauen und 65g bei Männern. Das wären 13 und 16 Würfelzucker pro Tag. Besonders gesüßte Getränke, Süßigkeiten oder auch versteckter Zucker in Fertiggerichten, tragen zum Zuckerkonsum bei.

Es ist aber gar nicht so einfach herauszufinden wie viel zugesetzten Zucker man zu sich nimmt. Bei den derzeitigen LM Nährwertangaben (siehe Foto 1) findet man unter der Angabe Kohlenhydrate, eine Unterkategorie „davon Zucker“. Hierbei handelt es sich aber nicht um den alleinigen zugesetzten Haushaltszucker (Saccharose). In diese Kategorie fallen auch natürlich vorkommende Zuckerarten.

Nährwertangaben (Foto1)

Unter „Davon Zucker“ fallen:

  • Einfachzucker:
  • Fruchtzucker (Fruktose),
  • Traubenzucker (Glucose),
  • Schleimzucker (Galaktose)

und die daraus gebildeten Zweifachzucker

  • Milchzucker (Laktose),
  • Haushaltszucker (Saccharose) und
  • Malzzucker.

Etwas mehr Licht in die Sache bringt hier zusätzlich die Zutatenliste der Produkte. Auch diese findet man auf den Lebensmittelverpackungen. Die Auflistung der Zutaten ist mengenmäßig gesteuert. In unserem Beispiel (Foto2) findet man Zutaten: getrocknete Apfelstück, Apfelsaftkonzentrat, Rosinen, Bananenflocken (11%), Vollkorn Haferflocken, Oligofruktose usw.

Zutatenliste (Foto 2)

Anteilsmäßig ist in dieser Fruchtschnitte also am Meisten getrocknete Apfelstücke, dann Apfelsaftkonzentrat usw. enthalten. Somit kann man nach Zuckerquellen forschen.

Abschließend noch Zucker-Einspartipps

  • Genießen Sie anstatt Limonaden oder großen Mengen Fruchtsäften lieber Wasser, Tees und stark verdünnte 100% Säfte.
  • Süßigkeiten oder Eismischungen haben es oft in sich. So hat  einer Tafel Vollmilchschokolade bereits 15 Stück Würfelzucker oder das bekannte Vanilleeis am Stil mit Schoko-Mandelkruste 6 Würfelzucker und 18g Fett. Genießen Sie diese ganz bewusst ohne Ablenkungen. Versuchen Sie eine kleine Süßigkeitenportion im Anschluss an eine Mahlzeit. Nicht zwischendurch naschen!
  • Gestatten Sie sich einen Blick aufs Etikett. Besonders Lebensmittel die wir regelmäßig einkaufen, hinterfragen wir nicht mehr wirklich (z.B. Fruchtjoghurts, Kaffeemixgetränke, Energydrinks, Süßigkeiten, Smoothies usw.)
  • Auch mit Süßstoffen sollten wir bewusst umgehen. Diese wirken nicht auf unseren Blutzuckerspiegel aus, prägen unseren Geschmackssinn aber trotzdem sehr in Richtung süß!
  • Hinterfragen Sie Ihre Belohnungsmuster. Essen Sie besonders süß wenn Sie glücklich, traurig, gestresst oder wütend sind?
  • Der Spruch „die Dosis macht das Gift“ ist auch beim Zucker passend. Im richtigen Moment Konsequent zu sein hingegeben oft sehr schwer, aber lernbar.

Ich persönlich würde mir eine andere Kennzeichnung des zugesetzten Zuckers wünschen. Eine Klarheit die auf einen Blick zeigt, wie viel Haushaltszucker zugesetzt wurde.

Andrea Kasper-Füchsl