Schlechte Ernährungsgewohnheiten wegpusten? - ProErnährung // Ernährungsberaterin, Diätologin in Linz und St. Martin im Mühlkreis
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Schlechte Ernährungsgewohnheiten wegpusten?

Von Andrea, 26. Mai 2020

Ich habe zu meinem Blogartikel „Blohnungs- und Frustmuster aufdecken“ viele Rückmeldungen und Fragen erhalten. Zusammen gefasst, wurde ich häufig gefragt, welche Tipps es gibt, schlechte Ernährungsgewohnheiten loszuwerden.

Schlechte Ernährungsgewohnheiten loswerden

Das Titelbild des Posts symbolisiert vielleicht den Wunsch in uns, unangenehmes einfach abzustreifen oder wegzupusten. Doch können wir von heute auf morgen, ganz anders essen und trinken?

Dieses Thema ist auch tief in der Psychologie verwurzelt und der Beitrag dient nur als Anregung und ersetzt keine Beratung. Weiters gilt dies nicht für Essstörungen oder andere Ernährungspsychologische Erkrankungen.

Das folgende Beispiel und die Praxistipps sind nicht für jeden Menschen perfekt. Wir sind Individuen und das macht es auch so spannend. Vielleicht sind aber ein paar Gedanke für dich und einen Alltag dabei.

Praktisches Beispiel: Stress und Süßigkeiten

Versuchen wir uns gleich mal anhand eines praktischen Beispiels einer Klientin. Sie erzählte mir:“ Immer wenn ich gestresst bin, nehme ich mir Süßigkeiten aus der Schale im Büro. Wenn ich sie dann gegessen habe, ärgere ich mich über mich selbst!“

Alles oder nichts Prinzip?

Viele Menschen können mit einer Reduktion von Süßigkeiten nur schwer umgehen. „Mir fällt es leichter ganz zu verzichten, als nur die Hälfte zu essen!“ Beim Thema Süßigkeiten ist das durchaus eine mögliche Maßnahme. Wir brauchen sie nicht zum Überleben und es ensteht durchs Weglassen kein Mangel. ABER…seien wir uns ehrlich, der komplette Verzicht ist nicht immer machbar und dann ist es sofort wieder da – das schlechte Gewissen, die Schuldgefühle, das Ich-habs-schon-wieder-nicht-geschafft Gefühl oder das alte jetzt-ists-auch-schon-egal Mantra.

Wir haben vereinbart, dass sie grundsätzlich auf Süßes im Büro verzichtet (Verzicht auf Ort reduziert). Wenn sie doch in die Naschlade greift, ist das Genießen unser neues Mantra. Kein hektisches Hineinschlingen, nein, vielmehr eine 5min Pause die sie mit ganz einfachen Atemübungen verbindet.

Sie war in der Ausführung noch viel kreativer. Sie hat sich die Atemübungen regelmäßig in den Büroalltag integriert. Sie fühlt sich weniger gestresst und die Süßigkeiten bleiben (meistens) in der Lade.

Praktisches Beispiel: Neue Lebensumstände & Ernährungsgewohnheiten

Ein anderes praktisches Beispiel ist von einem langjährigen Klienten von mir. Er hat sehr lange an seinem Gewicht gearbeitet und es sehr gut im Griff. Jetzt hat sich in seinem Leben alles verändert. Er ist Teil einer tollen Patchwork-Familie und hat auf einen Schlag nicht nur Freundin sondern auch Kinder im Alter von 3 und 6 in seinem Leben.

Einen Tag in der Woche versorgt er die Kinder zu Mittag und seine Freundin kommt erst später heim. Das führt dazu, dass er früher mit der Arbeit beginnt um alles zu schaffen. Das Frühstück fällt dadurch aus und er kann um 11 Uhr seinen Dienst beenden. Dann beginnt die Hektik so richtig. Einkauf, schnell kochen und dann die Kids abholen. Er ist noch kein Profi in diesen Dingen und möchte seine Sache gut machen. Meist geht es aber schief…Beim Einkauf fliegt der Leberkäsekornspitz einfach so in den Mund und während dem Kochen gibt es häufiges kosten…

Neue Lebensumstände – Neue Gewohnheiten etablieren

Neue Lebensumstände oder Gewohnheiten, sind sie auch noch so schön, können einen aus der Ernährungs-Bahn werfen. Das braucht den Mut zur Reflexion und die Flexibilität neue Wege zu gehen.

Er braucht also etwas weniger Hektik und mehr Sicherheit. Das Zeiteinsparen beim Frühstück haben wir mit „overnight oats (Müsli)“ gelöst. Der Becher wird morgens nur aus dem Kühlschrank genommen und ins Büro gebracht. Dort aber fernab der Tastatur gegessen. Etwas mehr Struktur durch vorgeplante, teils vorgekochte Mittagessen macht das Essen jetzt auch entspannter. Die Kinder dürfen mitgestalten und er veränderte seinen Einkaufsroutine, besorgt alles einen Tag vorher.

Neue Gewohnheiten können sich etablieren, wenn man sie immer wieder übt und umsetzt. Rückschläge? Na sicher, zurück in die Spur zu finden, ist der wahre Erfolg!

Wenn euch das Zurückfinden in die Spur nicht so gelingt wie ihr möchtet, dann meldet euch einfach bei mir. Manchmal ist der Blick von Außen genau das Richtige!

lg andrea

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